Die Lebensqualität aller zu einem Haushalt gehörenden Personen kann deutlich gesteigert werden, wenn die Wohnungseingangstüren nicht nur schön, sondern auch passend zur Wohnsituation und den individuellen Bedürfnissen komfortabel und praktisch gestaltet sind.

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So kann beispielsweise die Breite der Wohnungseingangstür maßgeblich über die Zugänglichkeit einer Wohnung für Rollstuhl- und Rollatornutzer entscheiden. Schwer zu öffnende Türen stellen für schwache Personen und Kinder oftmals eine Zugangserschwernis dar. So bringen barrierefrei gestaltete Wohnungseingangstüren Vorteile für alle Bewohner.
Inhalt des Artikels
Was sind barrierefreie Wohnungseingangstüren
Bei einer Wohnungseingangstür handelt es sich um ein täglich benutztes Bauteil einer Wohnung. Sie wird benötigt, um den privaten Wohnraum von den für die Allgemeinheit genutzten Bereichen eines Wohngebäudes deutlich abzutrennen. Mit Hilfe des beweglichen, in der Regel aufrecht stehenden, Türflügels einer Wohnungseingangstür kann der Durchgang zur Wohnung entweder geöffnet oder verschlossen werden. Somit bieten Wohnungseingangstüren Schutz vor unerwünschten Einflüssen aus den für die Allgemeinheit genutzten Bereichen des Wohngebäudes (z. B. Lärm, Temperaturschwankungen) und eines unbefugten Zutritts in die Wohnung zur Wahrung der Privatsphäre.
a) ohne besondere Erschwernis, ein Öffnen und Schließen ermöglichen,
b) mühelos als solche erkannt werden und
c) ein ungehindertes und sicheres Durchschreiten bzw. Durchfahren gegeben ist.
Anforderungen an Wohnungseingangstüren
Für Wohnungseingangstüren gelten, unter Beachtung nachstehender Aspekte, die gleichen Anforderungen wie für Drehflügel- und Schiebetüren (siehe auch Webseite „Anforderungen an barrierefreie Türen – es gibt noch viele schwere Türen, die auch gern leicht geöffnet werden wollen“).
Im Bedarfsfall sollten an Wohnungseingangstüren auch Orientierungshilfen Berücksichtigung finden.
Allgemeine Anforderungen
b) Höhe: mindestens 205 cm.
💡 Die Türleibung der Wohnungseingangstür soll über eine Tiefe von nicht mehr als 26 cm verfügen, um Rollstuhlnutzer die Erreichbarkeit der Türbedienelemente zu ermöglichen.
Manuell zu betätigende Wohnungseingangstüren
Das Öffnen und Schließen eines manuell zu betätigenden Türflügels einer Wohnungseingangstür (in Form einer Drehflügel- oder Schiebetür) soll mit wenig Kraftaufwand möglich sein. Dabei soll die Kraft 25 N nicht überschreiten. Ist dies nicht möglich, sollte der Einsatz automatischer Türsysteme erfolgen.
Bedienelemente der Wohnungseingangstüren
Die Türbedienelemente zum manuellen Öffnen und Schließen der Wohnungseingangstür sollen gut greifbar sein. Für Drehflügeltüren eignen sich u- oder bogenförmige Griffe. Für Schiebetüren sind senkrechte Bügelgriffe zu empfehlen (siehe Bild 3 unten). Dagegen sind eingelassene Griffe und Drehgriffe (Knäufe) schwer bedienbar und sollten daher grundsätzlich vermieden werden. Für automatische Türsysteme sollten funktionsgerechte Taster mit einer Betätigungskraft von max. 2,5 N bis 5,0 N verwendet werden. Weitere Anforderungen an die Bedienelemente zur automatischen Türbetätigung finden Sie unter „Anforderungen an barrierefreie Türen – es gibt noch viele schwere Türen, die auch gern leicht geöffnet werden wollen“. Neben den nachstehenden Hinweisen zu taktilen und visuellen Orientierungshilfen an Wohnungseingangstüren finden Sie auf der Webseite: „Anforderungen an barrierefreie Türen – es gibt noch viele schwere Türen, die auch gern leicht geöffnet werden wollen“ weiterführende Informationen. Die Wohnungseingangstüren und deren Funktion können anhand der eindeutig taktil gestalteten Türbedienelemente, gegebenenfalls auch der Zargen bzw. Türblätter, erkannt werden. Auch die Wohnungseingangstüren sollen visuell, ohne besondere Erschwernis, erkennbar und auffindbar sein. Hierzu eignet sich eine Gestaltung mit Farb- sowie Hell-/Dunkelkontrasten. So bilden beispielsweise dunkle Türblätter zu hellen Gebäudewänden einen guten Kontrast (siehe Bild 4). 1vgl.: DIN 18040-2:2011-09, Abs. 4.3.3.1 20 mm und gemäß des Entwurfs der E-DIN 18040-2:2023-02 10 mm, nicht übersteigen. Für eine unbeschwerte Überrollbarkeit mit dem Rollstuhl oder Rollator sowie zur Minimierung einer Stolpergefahr, sind unabdingbare Schwellen an Wohnungseingangstüren abzuschrägen bzw. abzurunden. Wird in der Wohnungseingangstür von Wohnungen zur „barrierefreien und uneingeschränkten Rollstuhlnutzung“ ein Türspion eingebaut, so muss dieser auch für den Rollstuhlnutzer (aus dem Sitz) nutzbar sein. Dies ist beispielsweise gegeben, wenn der Spion in einer Höhe von 120 cm über der Bodenoberfläche angeordnet wird. Weitere hilfreiche Informationen zu Türspionen enthält unsere Webseite „Anforderungen an barrierefreie Türen – es gibt noch viele schwere Türen, die auch gern leicht geöffnet werden wollen“ Neben den hier erwähnten normativen Anforderungen an Wohnungseingangstüren, kann es in Bedarfsfällen sinnvoll sein, eine ergänzende Weglaufsicherung vorzuhalten. Diese ist beispielsweise bei Kindern oder an Demenz erkrankten Familienangehörigen empfehlenswert. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie auf der Webseite „Anforderungen an barrierefreie Türen – es gibt noch viele schwere Türen, die auch gern leicht geöffnet werden wollen“ Automatische Türantriebe sollten sich einfach nachrüsten lassen. Damit stellen sie für bereits vorhandene Wohnungseingangstüren, insbesondere für Mietwohnungen, eine gute Nachrüstungsalternative dar. Besonders für Menschen mit motorischen Beeinträchtigungen der oberen Extremitäten, die keine manuelle Türbetätigung gestatten, kann gegebenenfalls die Betätigung der elektrischen Türantriebe über App oder per Sprachsteuerung eine unkomplizierte und komfortable Lösung zum selbständigen Öffnen und Schließen der Wohnungseingangstür darstellen. Aber auch die Verwendung von Funktastern oder einer sonstigen Vorrichtung ist ebenfalls vorstellbar. Verhindern motorische Beeinträchtigungen von Hand und Fingern ein selbständiges Auf- bzw. Zuschließen von Wohnungseingangstüren, können Alternativen wie beispielsweise Funk- oder Zahlencodeschlösser Verwendung finden. Dabei unterstützen Motorschlosssysteme oder elektronische Schließzylinder eine behindertengerechte Handhabung. Nachdem die Tür ins Schloss gefallen ist, besteht die Möglichkeit einer automatischen Türverriegelung. Auf Wunsch kann die Tür, unter Verwendung von Hilfen, wie beispielsweise Funkschlüssel, Funkwandtaster, Funk-Fingerscan usw., wieder selbständig entriegelt werden. © Mobilfuchs, 05.01.2024
Photo by Mabel Amber on PixabayBedienelemente zur manuellen Türbetätigung
Photo by OpenClipart-Vectors on PixabayBedienelemente zur automatischen Türbetätigung
Orientierungshilfen an Wohnungseingangstüren
Taktile Orientierungshilfen
Visuelle Orientierungshilfen
© MobilfuchsBewegungsflächen
Türschwelle
Türspion
Weglaufsperre
Türbeschilderung
Automatisierte Türlösungen
Automatische Türantriebe
Motorschlosssysteme
Fazit
Weiterführende Links zu vertiefenden Webseiten:
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